Was ist Sushi- oder Sashimi-Qualität? Ein ausführlicher Ratgeber.

D. Schilder, C. López
26.2.2021
24.3.2026
Für die Zubereitung von Sushi oder Sashimi ist die Qualität und Frische der verwendeten Rohwaren von besonderer Bedeutung. Erfahren Sie in unserem Ratgeber alles, was Sie zum sicheren Verzehr von rohem Fisch und Meeresfrüchten wissen müssen.
Frischer Fisch auf Eis in einem traditionellen Bambuskorb, bereit für die Zubereitung von Sushi und Sashimi. Frische und Sorgfalt sind das A und O für qualitativ hochwertiges Sushi.

Poringdown. Seafood fish plate ocean gourmet fresh raw fish on ice basket. Alle Rechte vorbehalten ©

Frische, Sicherheit und sensorische Qualität entscheiden darüber, ob Fisch und Meeresfrüchte für die Zubereitung von Sushi und Sashimi geeignet sind. Die Anforderungen reichen von lebensmittelrechtlichen Vorschriften zur Parasitenbekämpfung bis hin zur Auswahl hochwertiger Rohstoffe.

Was bedeutet Sushi- oder Sashimi-Qualität?


Die Begriffe „Sushi-" oder „Sashimi-Qualität" werden üblicherweise dazu verwendet, um Fische oder Meeresfrüchte zu bezeichnen, die für den Rohverzehr geeignet sind. Die Bezeichnung mag zwar recht autoritativ erscheinen, ist aber nach heutigem Stand kein rechtlich definierter Qualitätsstandard. Es handelt sich vielmehr um einen allgemein akzeptierten Handels- und Marketingbegriff, der dazu dient, Kunden bei der Auswahl bestimmter Zutaten zu unterstützen oder den Verkauf bestimmter Fischereiprodukte zu fördern.

Die Bezeichnung bedeutet lediglich, dass der Verkäufer den Fisch als wahrscheinlich für Sushi geeignet eingestuft hat – basierend auf einer Bewertung der Bakterienmenge, der Temperatur, des Parasitenstatus, des Aussehens, des Geruchs, des Geschmacks, der Präsentation sowie der seit dem Fang vergangenen Zeit. – Nick Sakagami, Osakana-Meister1

Folglich eignen sich viele handelsübliche Fische oder Meeresfrüchte für die Zubereitung von Sushi oder Sashimi, sofern sie bestimmte Qualitäts- und Sicherheitskriterien erfüllen. Hinsichtlich dieser Anforderungen sind in vielen Ländern exakte Leitfäden und Standards verankert. Sie regeln, wie mit Fischen oder Meeresfrüchten verfahren werden muss, wenn diese vom Konsumenten roh verzehrt werden sollen. Insbesondere befassen sich diese Vorschriften meist mit den Vorgaben zur Aufrechterhaltung der notwendigen Kühlkette, Hygiene und der gezielten Abtötung von für den Menschen potenziell schädlichen Parasiten. Die Zubereitung von Sushi oder Sashimi ist nur eines von vielen möglichen rohen Gerichten. Die entsprechenden Vorschriften konzentrieren sich daher auf die Lebensmittelsicherheit und befassen sich weniger mit qualitativen (organoleptischen) Merkmalen wie Geschmack, Aussehen, Geruch und Farbe. Dennoch spielen gerade diese Merkmale, neben der Frische und Sicherheit, eine zentrale Rolle bei der Auswahl von Zutaten für die Zubereitung von Sushi und Sashimi.

Die Bezeichnung begegnet dem Konsumenten an der Theke eines Fischhändlers, im Supermarkt oder in diversen Online-Shops. Sie beschreibt in aller Regel die Eignung im Sinne des Lebensmittelrechts und nicht die „Qualität" im Speziellen. Die Spannweite von geeigneten und „sicheren" Zutaten reicht daher von günstiger Massenware bis hin zu hochpreisigen Spitzenprodukten.

Welche Rolle spielt die Qualität der Rohzutaten?

Nahaufnahme einer frischen Makrele in Sushi-Qualität, die auf Eiswürfeln liegt.

Frische Makrele auf Eis. Für die Zubereitung von Sushi oder Sashimi entscheidet vor allem die Qualität und Frische über Geschmack, Textur und Sicherheit beim Rohverzehr.

Nicht genannter Autor. Alle Rechte vorbehalten ©

Die Qualität der Rohzutaten bestimmt maßgeblich das sensorische Ergebnis bei der Zubereitung von Sushi und Sashimi. Ausnahmen bilden Fische, die zur Geschmacksveredelung bereits gereift wurden. Im Verlauf der Reifung verschlechtern sich zwar ihre objektiven Qualitätsmerkmale, aber im Gegensatz dazu intensiviert sich der Geschmack.

Ob fetter Fisch wie Lachs oder magerer Fisch wie Seebarsch – je höher die Qualität der Rohzutat, desto ausgeprägter das sensorische Ergebnis. Herkunft und Saisonalität spielen dabei eine wesentliche Rolle, besonders bei wild gefangenen Arten. Klimatische Einflüsse und der Zeitpunkt des Laichens wirken sich auf die Physiologie sowie den Fettgehalt und somit auf den Geschmack aus.2, 3 Der Kaufpreis ist nicht zwangsläufig ein Indikator für Qualität oder Geschmack, dennoch gehen beide regelmäßig mit einem höheren Preis einher. Bei gezüchteten Fischen sind Produkte aus hochwertigen Zuchtanlagen denen aus gewöhnlicher Aquakultur geschmacklich häufig überlegen – insbesondere dann, wenn geringe Besatzdichte, schonende Haltung, geeignete Futtermittel und besondere Schlachtmethoden (z. B. Ikejime (活け締め, Tötungstechnik)) zum Einsatz kommen.

Die meisten der im breiten Handel erhältlichen Wildfischarten stammen überwiegend aus der kommerziellen oder industriellen Fischerei. Die möglichen Fangmethoden reichen von Rute und Leine bis zu kilometerlangen Schleppnetzen. Grundsätzlich kann jede Fangmethode eingesetzt werden, um Fisch in Sushi- oder Sashimi-Qualität anzubieten. Andererseits kann die Fangmethode durchaus für den Unterschied zwischen Spitzen- und Normalqualität verantwortlich sein.4 Je begehrter eine Art ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Fangmethoden in Hinblick auf die Qualität differenziert werden, wie im Fall von Thunfisch.

Warum ist Frische bei Sushi und Sashimi so bedeutsam?


Ein Foto zeigt japanische Bernsteinmakrelen, die kurz nach dem Fang auf Eis (Schmelzeis) gelegt wurden.

Die sofortige Kühlung unmittelbar nach dem Fang ist eine zentrale Maßnahme, um Verderb zu verlangsamen und die Qualität von Fisch zu erhalten.

Nunawwoofy. Fresh fish on ice at the fish market . Alle Rechte vorbehalten ©

Die Frische von Fischen und Meeresfrüchten ist für die Zubereitung von Sushi und Sashimi ein zentrales Qualitätskriterium.5 Im Lebensmittelkontext bezeichnet ‚Frische' den Zustand einer Zutat, bei dem ihre ursprünglichen Eigenschaften weitestgehend erhalten bleiben. Fische und Meeresfrüchte sind im Vergleich zu anderen Lebensmitteln außerordentlich schnell verderblich. Nach dem Ableben werden Proteine und Fette durch Enzyme abgebaut, was zu Veränderungen in Textur und Geschmack führt. Gleichzeitig beschleunigt sich das Bakterienwachstum, was bei rohem Verzehr gesundheitliche Risiken bergen kann.

Um die Frische zu bewahren, wird Fisch für Sushi oder Sashimi unmittelbar nach dem Fang schnell gekühlt und anschließend bei kontrollierten Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt gelagert. Dies verlangsamt das Bakterienwachstum, ohne dass sich Eiskristalle bilden, die das empfindliche Fleisch beschädigen könnten. Der Verderb dient somit als Indikator für unerwünschte Veränderungen nach Fang oder Schlachtung und beeinflusst direkt die Qualität und Sicherheit des Endprodukts. Bei bestimmten Arten, insbesondere bei Thunfisch (Maguro, 鮪), Scheinbutt (Hirame, 鮃) und Makrele (Saba, 鯖), kann eine kontrollierte Reifung eingesetzt werden, um den Geschmack und die Konsistenz zu verbessern.6 Dieser Prozess wird sorgfältig überwacht und beginnt stets mit frischem Fisch. Durch die Reifung werden bestimmte Verbindungen abgebaut, was zu einem komplexeren Geschmacksprofil und einer zarteren Textur führt – setzt aber Fachwissen voraus, um den Verderb zu verhindern. Auch bei Zutaten, die eine Reifezeit durchlaufen, bestimmt die Ausgangsfrische die Geschmacksentwicklung und die Sicherheit des Endprodukts.

Die Beurteilung und der Erhalt der Frische gehören zu den Kernkompetenzen bei der Zubereitung von Sushi und Sashimi. Dies umfasst neben der sachgerechten Lagerung und Handhabung auch die sensorische Bewertung anhand von Geruch, Farbe und Festigkeit.

Welche Sicherheitsmaßnahmen sind bei der Zubereitung von Sushi und Sashimi wichtig?


Die Zubereitung von Sushi und Sashimi stellt besondere Anforderungen an Lebensmittelsicherheit und Hygiene. Da roher Fisch und Meeresfrüchte ohne keimtötende Erhitzung verzehrt werden, sind Frische, Konservierung, Hygiene und der Umgang mit Parasiten die zentralen Faktoren der Risikosteuerung.

Wie beeinflusst der Verderb die mikrobielle Sicherheit?

Diagramm, das den Einfluss der Lagertemperatur auf die Qualität von Gestreiftem Buntbarsch (Etroplus suratensis) zeigt. Die Qualität wird bei Temperaturen von 0–2 °C und 28–30 °C über die Zeit verfolgt. Quelle: Lakshmanan et al. (1996), Jonsdottir (1992), und Huidobro et al. (2000).

Fisch verliert rapide an Qualität, wenn dieser nicht ausreichend gekühlt wird.

SUSHIPEDIA. Einfluss der Lagertemperatur auf die Qualität von Gestreiftem Buntbarsch. Alle Rechte vorbehalten ©

Rohe Fische und Meeresfrüchte zählen aus mikrobiologisch-hygienischer Sicht zu den besonders empfindlichen Lebensmitteln. Der Verderbungsprozess wird durch die Wirkung von Enzymen, Bakterien und chemischen Reaktionen ausgelöst. Je länger also die Zeit des Todes zurückliegt, desto weiter fortgeschritten ist das Wachstum potenzieller Krankheitserreger. Bei der Verwendung von rohen Zutaten sollte daher grundsätzlich von einer gewissen Grundbelastung durch Keime ausgegangen werden. Durch die Verarbeitung und Zubereitung steigt erwartungsgemäß dieser Keimgehalt zusätzlich weiter an. Dies unterstreicht die Bedeutung der Frische und die Qualität des Ausgangsprodukts, denn Sushi oder Sashimi wird meist roh, ohne vorherige (keimtötende) Erhitzung verzehrt.

Der Verderbungsprozess geht in der Regel mit einer Veränderung der physikalischen Eigenschaften der Rohware einher. Diese Veränderungen führen zu einer Verschlechterung der Lebensmittelqualität wie Farbe, Textur und Geschmack. Auch durch Kühlung oder Gefrieren lässt sich dieser Qualitätsverlust nicht vollständig aufhalten, sondern lediglich verlangsamen.7

Wie wirkt Gefrieren als Konservierungsmethode?

Gefrorene Oktopustentakel in einem Plastikbehälter, bedeckt mit einer dünnen Eisschicht.

Das Einfrieren ist eine gängige Methode, um Meeresfrüchte haltbar zu machen und mögliche Parasiten vor der Verwendung zu inaktivieren.

Nicht genannter Autor. Octopus in ice in plastic box. Alle Rechte vorbehalten ©

Im Alltag dient der Begriff „Frische" gelegentlich als Synonym für Fangfrische. Dies wird üblicherweise dahingehend interpretiert, dass das Produkt weder eingefroren war noch ist. Dabei setzt eine Gefrierbehandlung von Fisch oder Meeresfrüchten die Frische nicht herab, sondern dient vielmehr zum Erhalt dieser. Jedoch bleibt zu berücksichtigen, dass das Einfrieren die Haltbarkeit von Lebensmitteln zwar verlängert, aber ebenso unweigerlich zu einer Beeinträchtigung der Lebensmittelqualität führt.7 Der Qualitätsverlust wird dabei maßgeblich durch die verwendete Gefriertechnologie bestimmt.

Fachgerecht und industriell gefrorene Fische oder Meeresfrüchte haben im Gegensatz zu fangfrischer Ware den Vorteil, dass diese erheblich länger gelagert werden können. Das Gefrieren ist eine der effektivsten Formen der Lebensmittelkonservierung. Parasiten werden bei ausreichend niedrigen Temperaturen abgetötet, und das Wachstum von Bakterien wird bei Temperaturen ab –18 °C weitgehend gehemmt – wenngleich viele Bakterienarten das Gefrieren überdauern können. Durch die Verwendung industriellen Schockfrostens wird die Verschlechterung der Lebensmittelqualität auf ein Minimum reduziert.8 Fische oder Meeresfrüchte, die unmittelbar nach dem Fang durch Schockfrosten konserviert wurden, stellen somit adäquate und qualitativ zufriedenstellende Zutaten für die Zubereitung von Sushi oder Sashimi dar.

Beeinträchtigt Schockfrostung die Qualität?

Das Balkendiagramm zeigt die Ergebnisse einer Umfrage zur Präferenz für Sushi, das aus gefrorenen und nicht gefrorenen Zutaten zubereitet wurde. Es wird die Präferenz von Kalmar (Kensaki-ika) und Japanischer Makrele verglichen. Für Kalmar bevorzugen 35% der Befragten gefrorene Zutaten, 48% bevorzugen ungefrorene Zutaten und 17% sehen keinen Unterschied. Für Japanische Makrele bevorzugen 49% gefrorene Zutaten, 43% bevorzugen ungefrorene Zutaten und 8% sehen keinen Unterschied. Quelle: Iwata et al., 2015.

Eine randomisierte Doppelblindstudie untersuchte die Fähigkeit japanischer Teilnehmer, zwischen zuvor gefrorenen und ungefrorenen Sushi-Zutaten zu unterscheiden und bat sie zu beantworten, was ihnen besser schmeckte.

SUSHIPEDIA. Präferenz für Sushi aus gefrorenen und nicht gefrorenen Zutaten. Alle Rechte vorbehalten ©

Tiefgekühlte Lebensmittel haben oft den Ruf, schlechter zu sein als frische Produkte. Aus organoleptischer Sicht ist jenes frische Produkt im Vorteil, welches angemessen gekühlt und zeitnah verzehrt wird. Einfrieren, insbesondere langsames Gefrieren, kann die textuellen Eigenschaften von Produkten negativ verändern. Beim Schockfrosten bleiben diese Eigenschaften jedoch eher erhalten und die Unterschiede zu einem frischen Produkt sind sehr gering bis teilweise nicht wahrnehmbar. Durch den äußerst kurzen Gefrierprozess beim Schockfrosten bildet die Zellflüssigkeit nur sehr kleine Eiskristalle, sodass die Zellstrukturen intakt bleiben. Der Grad der zellulären Schädigung steht in direktem Zusammenhang mit der Lebensmittelqualität in Bezug auf Geschmack, Textur, Nährwert und Aussehen.9 Moderne Verfahren ermöglichen es, Fisch und Meeresfrüchte zu konservieren, ohne ihre sensorischen Eigenschaften oder ihren Nährwert wesentlich zu verschlechtern.

Welche Hygienemaßnahmen sind bei der Zubereitung erforderlich?

Strenge Hygienemaßnahmen sind bei der Zubereitung von Sushi und Sashimi grundlegend für Sicherheit und Qualität der Speisen.10 Der Prozess beginnt mit der sorgfältigen Auswahl frischer und hochwertiger Zutaten, wobei insbesondere auf die Frische und Herkunft von Fisch und Meeresfrüchten geachtet werden muss. Die Aufrechterhaltung einer lückenlosen Kühlkette von der Beschaffung bis hin zur Verarbeitung ist unerlässlich, um die Vermehrung von Bakterien zu unterbinden. Vor der Zubereitung und fortlaufend währenddessen müssen Arbeitsflächen, Utensilien und Hände gründlich gereinigt werden, um die Gefahr von Kreuzkontaminationen zu minimieren. Obwohl der Einsatz von Einweghandschuhen vorteilhaft sein kann, ersetzt dieser nicht die Notwendigkeit, die Hände regelmäßig zu waschen. Speziell die Herstellung von Nigiri-Sushi (握り寿司) erweist sich mit Handschuhen als nicht effektiv, da die feine Manipulation und der notwendige Druck für die Formgebung direkten Kontakt erfordern. Zudem kann das Berühren von Küchenbereichen mit verschmutzten Handschuhen eine noch gravierendere Keimverschleppung nach sich ziehen. Es ist zudem ressourcenintensiv, Handschuhe bei jeder Verschmutzung zu wechseln, während deren Wiederverwendung zu noch unhygienischeren Zuständen führen kann.

Eine sachgerechte Lagerung der Zutaten bei angemessenen Temperaturen ist essenziell, um mikrobielles Wachstum und Toxinbildung zu verhindern. Die separierte Lagerung von rohem Fisch und anderen Lebensmitteln ist notwendig, um Kreuzkontaminationen vorzubeugen.

Für professionelle Verarbeiter und Restaurants bildet das HACCP-System (Hazard Analysis and Critical Control Points) den Rahmen für eine systematische Risikoanalyse. Die sieben Grundprinzipien des HACCP-Systems erlauben es, kritische Kontrollpunkte – von der Beschaffung der Zutaten bis hin zur Zubereitung und Präsentation – zu identifizieren und zu überwachen. Dies schließt Maßnahmen wie die Temperaturkontrolle von rohen Zutaten und die Sicherstellung der genannten Hygienemaßnahmen ein. Regelmäßige Schulungen des Personals zur korrekten Handhabung und Verarbeitung von Lebensmitteln sowie die Anpassung der HACCP-Pläne an neue Verfahren gehören ebenfalls dazu.

Welche Risiken bestehen durch Parasiten?

Nahaufnahme eines im Fleisch eines zur Sushi-Zubereitung bestimmten Fisches gefundenen Wurms (Parasiten).

Parasit, der im Bauch eines Kohlenfischs (Anoplopoma fimbria) gefunden wurde, obwohl dieser aus kontrollierter Aquakultur stammte. Durch die Ultratiefkühlbehandlung wurde dieser getötet.

SUSHIPEDIA. Parasit im Fischfleisch für Sushi. Alle Rechte vorbehalten ©

Beim Rohverzehr von frischen, zuvor nicht gefrorenen Fischen oder Meeresfrüchten besteht ein Risiko, dass diese mit lebensfähigen Parasiten belastet sind, die für den Menschen schädlich sein können.11 Besonders Fische oder Meeresfrüchte, die in der freien Wildbahn gefischt wurden, sind problematisch in ihrer Bewertung hinsichtlich einer potenziellen Infektion mit Parasiten.

Diese Parasiten stellen eine bedeutende Herausforderung in der Sicherheit und Qualität von Meeresfrüchten, insbesondere bei der Zubereitung von Sushi und Sashimi, dar. Unter den verschiedenen Parasiten, die in Fisch und Meeresfrüchten vorkommen können, ist Anisakis simplex einer der relevantesten und bedenklichsten. A. simplex ist ein Nematodenparasit, der in bestimmten Fischarten zu finden ist und bei Menschen, die infizierten rohen oder unzureichend gekochten Fisch verzehren, Anisakiasis auslösen kann. Diese parasitäre Infektion kann zu Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, abdominellen Schmerzen führen. Die Vermeidung einer Infektion durch Parasiten erfordert sorgfältige Präventionsmaßnahmen, einschließlich der Auswahl von Fisch aus sicheren Quellen, angemessener Verarbeitung, sowie spezifischen Prozessen, um etwaige Parasiten abzutöten, bevor der Fisch zum Verzehr vorbereitet wird.

Wie schützt eine Gefrierbehandlung vor Parasiten?

Besonders hinsichtlich des Rohverzehrs muss gewährleistet sein, dass sich keine lebensfähigen Parasiten in für den Rohverzehr vorgesehenen Lebensmittel befinden. So ist das Feststellen des Parasitenbefalls, z. B. mittels Durchleuchtung von ausgelösten Filets, nur teilweise zielführend. Diese Methode erfasst nämlich nur die unmittelbar unter der Oberfläche liegenden Parasiten und kann somit nur Auskunft über einen Bruchteil der Gesamtbelastung geben.12 Epidemiologische Daten aus den Herkunftsfanggebieten können zwar Aufschluss über das Risiko eines möglichen Befalls mit Parasiten geben, sind aber keine absolute Garantie für die Abwesenheit von Parasiten in Wildfischen.13, 14 Laut Verordnung EC 1276/2011 der Europäischen Union müssen zum Abtöten von Nematoden, die nachfolgenden Kerntemperaturen und Lagerbedingungen erfüllt werden; andernfalls sind Fische oder Meeresfrüchte zum Rohverzehr nicht zugelassen, sofern keine Ausnahmebedingungen vorliegen.15

  • Gefrieren bei min. −20 °C bis zur Verfestigung. Lagerung bei min. −20 °C für 24 Stunden; oder
  • Gefrieren bei min. −35 °C bis zur Verfestigung. Lagerung bei min. −35 °C für 15 Stunden.

Die Vorschriften der US-amerikanischen Behörde für Lebens- und Arzneimittel (FDA) sind strenger und schreiben vor:16

  • Gefrieren bei min. −20 °C bis zur Verfestigung. Lagerung bei min. −20 °C für 7 Tage; oder
  • Gefrieren bei min. −35 °C bis zur Verfestigung. Lagerung bei min. −35 °C für 15 Stunden; oder
  • Gefrieren bei min. −35 °C bis zur Verfestigung. Lagerung bei min. −20 °C für 24 Stunden

Die meisten privaten Haushaltsgeräte sind nicht dazu in der Lage, eine kontinuierliche Temperatur von mindestens –20 °C zu gewährleisten. Außerdem zeigt die Studie von Podolska et al. (2019), dass der Geschwindigkeit des Gefriervorgangs Bedeutung zugemessen werden sollte und dementsprechend verlängerte Lagerzeiten zu berücksichtigen sind.17 Die Studie von Sanchez-Alonso et al. (2018) deutet darauf hin, dass häusliche Gefriergeräte, die mit geringer Kühlleistung und uneinheitlicher Temperaturverteilung betrieben werden, die vollständige Inaktivierung von Anisakis-Larven möglicherweise nicht zuverlässig gewährleisten kann.18 Das stellt ein potenzielles Gesundheitsrisiko dar.

Wann kann auf eine Gefrierbehandlung verzichtet werden?

Das Bild zeigt Fischfarmen auf dem Meer, bestehend aus mehreren runden Käfigen, die im Wasser verankert sind. Diese Fischfarmen sind für die Aquakultur bestimmt, in der verschiedene Fischarten gezüchtet und aufgezogen werden.

Meeresaquakultur mit schwimmenden Käfigen. Unter bestimmten Bedingungen können Zuchtfische von der obligatorischen Tiefkühlbehandlung ausgenommen werden.

Nicht genannter Autor. Aquaculture in Mediterranean sea. Alle Rechte vorbehalten ©

Fische und Meeresfrüchte aus Zucht (Aquakultur)

Stammen Fische oder Meeresfrüchte aus Zucht (Aquakultur), kann unter bestimmten Voraussetzungen auf die für den Rohverzehr obligatorische Gefrierbehandlung gemäß EU-Verordnung verzichtet werden. Für einen sicheren Verzehr müssen gemäß dieser EU-Verordnung grundsätzlich die folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:15

  • Ausschließlich aus Embryonen aufgezogene Tieren
  • Futtermittel, in dem keine lebensfähigen Parasiten enthalten sind
  • Aufzucht der Tiere in einer Umgebung, die epidemiologisch nachweislich frei von Parasiten ist. (Setzt der Zuchtbetrieb allerdings behördlich genehmigte Verfahren ein, die gewährleisten, dass keine lebensfähigen Parasiten in den Erzeugnissen vorhanden sind und somit keine Gefahr für die Gesundheit darstellen, kann von dieser Pflicht abgesehen werden.)
Fische und Meeresfrüchte aus landbasierter Zucht (Aquakultur)

Zuchtfische und Meeresfrüchte, die in landbasierten Becken oder geschlossenen Kreislaufsystemen aufgezogen und mit geeigneten Futtermitteln gefüttert werden, gelten als relativ sicher in Bezug auf das Vorhandensein von Parasiten, die ein Gesundheitsrisiko darstellen. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass die Zuchttiere aus Embryonen gezogen und nicht der Wildnis entnommen wurden und die Wasserzufuhr nachweislich frei von Parasiten ist.

Spezies- oder herkunftsspezifische Abwesenheit von Parasiten

Die Europäische Kommission gibt an, dass auf die parasitentötende Gefrierbehandlung von Wildfängen verzichtet werden kann, wenn epidemiologische Daten vorliegen, die darauf hindeuten, dass die Herkunftsfanggründe keine Gesundheitsgefährdung in Bezug auf das Vorhandensein von Parasiten darstellen, und die zuständige Behörde dies genehmigt.15 Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) geht jedoch davon aus, dass nach derzeitigem Kenntnisstand keine Meeresfischgründe bekannt sind, die als frei von Anisakis-Larven gelten können.19

Die U.S. Food and Drug Administration (FDA) führt eine Liste von Tierarten, deren Risiko eines Befalls mit für den Menschen schädlichen Parasiten als hoch eingestuft wird, empfiehlt aber auch bei Arten mit geringem Risiko eine individuelle Beurteilung der Situation hinsichtlich des Rohverzehrs.16

Atlantischer Lachs aus Zucht (Aquakultur)

Bei gezüchtetem Atlantischen Lachs (Salmo salar), der in schwimmenden Käfigen (marine Aquakultur) aufgezogen wird, ist die Wahrscheinlichkeit einer Parasiteninfektion laut der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) als gering zu bewerten. Abgesehen vom Atlantischen Lachs, liegen keine ausreichenden Überwachungsdaten für andere Arten aus Zucht vor. Es ist daher nicht möglich, weitere Fischarten oder Meeresfrüchte aus mariner Aquakultur zu bestimmen, die in Bezug auf das Vorhandensein von Parasiten kein Gesundheitsrisiko darstellen.14, 20

Wie geht Japan mit dem Parasitenrisiko um?

Im internationalen Vergleich zeichnet sich Japan durch einen weniger restriktiven regulatorischen Ansatz im Umgang mit Rohfischkonsum aus. Während in den USA und Europa rechtsverbindliche Vorschriften festlegen, unter welchen Bedingungen Fisch für den Rohverzehr gefroren werden muss, um Parasiten wie A. simplex zu eliminieren, existiert in Japan keine entsprechende gesetzliche Gefrierpflicht. Das japanische Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales (MHLW) gibt Empfehlungen heraus, die das Gefrieren bei –20 °C für mindestens 24 Stunden nahelegen – diese sind jedoch nicht rechtsverbindlich.21 Japan setzt stattdessen auf eine Kombination aus behördlichen Empfehlungen, dem Fachwissen der Zubereitenden und verwaltungsrechtlichen Sanktionen im Schadensfall.

Richtlinien und Empfehlungen in Japan

Das japanische Ministerium für Landwirtschaft, Forst und Fischerei bietet detaillierte Empfehlungen für den Umgang mit Fisch, der roh verzehrt werden soll. Diese Empfehlungen beinhalten, dass ein frisch gekaufter Fisch adäquat gekühlt, transportiert und unverzüglich ausgenommen werden sollte. Die Notwendigkeit, die inneren Organe schnell zu entfernen, begründet sich darin, dass Anisakis-Larven hauptsächlich an der Oberfläche der Organe parasitieren. Mit abnehmender Frische und fortschreitender Zeit können diese Parasiten jedoch in die Muskulatur, also in die essbaren Teile des Fisches, wandern. Weiterhin wird empfohlen, frische Meeresfrüchte, die ausreichend gefroren wurden (mindestens 24 Stunden bei –20 °C oder 48 Stunden bei –18 °C), zu konsumieren. Für Geschäftsbetreiber gibt das japanische Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales klare Anweisungen: Der Fisch soll möglichst fangfrisch sein und sofort ausgeweidet werden. Der Verzehr von rohen Fischinnereien sollte vermieden werden. Eine Sichtkontrolle und das Entfernen von Anisakis-Larven ist unerlässlich und wird ebenso empfohlen wie das Einfrieren des Fisches (mindestens 24 Stunden bei –20 °C) oder das Erhitzen (1 Minute bei 70 °C oder höher).

Der Japanische Fischereiverband betont, dass die einzige Methode zur vollständigen Vermeidung von Anisakiasis das Einfrieren oder Erhitzen des Fisches ist. Es gibt jedoch eine Diskussion unter Fachleuten, die betonen, dass eine sorgfältige Inspektion jedes einzelnen Fisches Anisakiasis verhindern kann.22 Diese Ansicht reflektiert den hohen Stellenwert, den die japanische Gastronomie der Frische und Qualität von Sushi und Sashimi beimisst. Kritiker argumentieren hingegen, dass ein inspektionsbasierter Ansatz stark von den individuellen Fähigkeiten der Köche abhängt und zu inkonsistenten Sicherheitsstandards führen kann.23

Praxis der Parasitenkontrolle in der Sushi-Zubereitung

Die konkrete Prävention von Anisakiasis in der japanischen Gastronomie folgt einer mehrstufigen Methodik, die der Japanische Fischereiverband (JFA) in einer praxisorientierten Handreichung für Fachpersonal dokumentiert hat.22 Die Grundhaltung vieler Köche und Fischhändler gibt das Dokument in einem charakteristischen Zitat wieder:

„Unsinn! Wenn man jeden Fisch einzeln anschaut, passiert kein Anisakis-Vorfall!" – Anonymer Branchenvertreter, zitiert vom Japanischen Fischereiverband22
„Fachkenntnis, geschultes Auge und Wissen lassen sich so kombinieren, dass das Risiko nahezu null wird. […] Wenn im Sushi-Restaurant nur noch Gefrorenes serviert würde, wäre das traurig." – Japanischer Fischereiverband22

Die Handreichung stellt diesem Selbstverständnis eine differenzierte Methoden-Kaskade gegenüber, die weit über eine bloße Sichtkontrolle hinausgeht. Im Zentrum steht das Prinzip, dass die Entscheidung über die Zubereitungsart erst beim Filetieren fällt – nicht beim Einkauf. Ein Fisch, der für Sashimi vorgesehen war, kann beim Zerlegen auf Suppe, Schmorgericht oder Tempura umgelenkt werden, wenn sich ein hoher Parasitenbefall zeigt. Diese Flexibilität – im Dokument als „nicht auf Sashimi beharren" (刺身に執着しない) formuliert – gilt als grundlegendes Arbeitsprinzip.22

Die Methodik beginnt bereits vor der Verarbeitung. Professionelle Köche pflegen in der Regel enge Beziehungen zu ihren Marktlieferanten und beziehen Informationen über die Parasitenlast bestimmter Fanggebiete und Arten. Hinweise darauf, dass etwa Makrele aus einer bestimmten Region aktuell stark befallen ist, zirkulieren auf den japanischen Fischmärkten und fließen direkt in die Einkaufsentscheidungen ein.22 Bei der Anlieferung werden die Innereien unverzüglich entfernt, solange der Fisch noch durchgängig auf unter 6 °C gekühlt ist. Bei diesen Temperaturen bewegen sich Anisakis-Larven kaum und verbleiben überwiegend auf der Oberfläche der Eingeweide. Die Anzahl der sichtbaren Larven auf den Innereien wird beim Ausnehmen registriert und dient als Entscheidungsgrundlage für die weitere Verwendung: Bei hohem Befall wird der Fisch nicht roh serviert.22

Beim anschließenden Filetieren und Portionieren können weitere Kontrolltechniken zum Einsatz kommen. In der professionellen Fischverarbeitung werden Filets mitunter gegen Licht gehalten, um eingebettete Larven sichtbar zu machen. Dünnes Schneiden – unter einem Zentimeter – erhöht die Wahrscheinlichkeit, verborgene Parasiten zu entdecken oder mechanisch zu beschädigen. In diesem Zusammenhang wird die traditionelle Technik des Ika Sōmen (イカそうめん) – Tintenfisch, der in sehr dünne Streifen geschnitten wird – als überlieferte Form der Parasitenkontrolle gedeutet.22 Zunehmend kommt ergänzend UV-Licht (Schwarzlicht, ca. 370 nm Wellenlänge) zum Einsatz: Anisakis-Larven fluoreszieren unter UV-Bestrahlung blau-weiß, was die Erkennung an der Oberfläche erleichtert. Diese Methode hat sich vor allem in Supermärkten und an Fischtheken verbreitet, wird aber auch vereinzelt in Restaurants eingesetzt. Tiefer im Muskelgewebe liegende Larven bleiben dabei unsichtbar, und nicht alle Anisakis-Arten fluoreszieren gleichermaßen.22

Die JFA ordnet diese Praxis ausdrücklich als Kulturtechnik ein: Die Fähigkeit, Fisch sicher roh zuzubereiten, sei ein eigenständiges handwerkliches Können (技術, gijutsu), dessen Weitergabe ebenso bedeutsam sei wie die Lebensmittelsicherheit selbst. Das Dokument warnt davor, durch eine generelle Gefrierpflicht eine „vollständig gefrorene Rohfischkultur" (全て冷凍の生食文化) zu schaffen – mit dem Argument, dass die Mehrheit der für Sushi und Sashimi verwendeten Wildfischarten nicht gezüchtet werden kann und ein Gefriergebot frischen Rohfischverzehr bei vielen Arten unmöglich machen würde.22

Ein struktureller Nebeneffekt dieses inspektionsbasierten Ansatzes betrifft das Verhältnis zwischen Restauranttypen. Hochpreisige Sushi-Restaurants verwenden bevorzugt frischen, nie gefrorenen Wildfisch – und damit Rohware, bei der lebensfähige Parasiten nicht durch eine Gefrierbehandlung ausgeschlossen wurden. Das Anisakis-Risiko ist dort theoretisch strukturell höher als bei Kaiten-Sushi-Ketten (回転寿司, Fließbandsushi), die überwiegend mit industriell schockgefrosteter Ware arbeiten.

Anisakiasis in der japanischen Lebensmittelvergiftungs-Statistik

Seit 2013 wird Anisakis in der japanischen Lebensmittelvergiftungs-Statistik des MHLW als eigenständige Ursache erfasst. Seit 2018 belegt Anisakis durchgehend den ersten Platz unter allen Ursachen gemeldeter Lebensmittelvergiftungen – in manchen Jahren entfielen nahezu die Hälfte aller registrierten Vorfälle auf diesen Parasiten.24 Die gemeldeten Fallzahlen schwankten in den vergangenen Jahren erheblich: 566 Fälle im Jahr 2022, 432 im Jahr 2023 und 330 im Jahr 2024.24 Charakteristisch für Anisakiasis ist, dass nahezu jeder Vorfall einen einzelnen Patienten betrifft – Gruppenausbrüche sind selten.25

Im Jahr 2018 stieg die Zahl der Anisakis-Fälle sprunghaft an. Eine Sonderstudie des MHLW identifizierte Bonito (Katsuo, 鰹) als Hauptverursacher: Ungewöhnlich hohe Wassertemperaturen hatten die Fanggebiete verschoben und die Parasitenlast bei Katsuo in diesem Jahr außergewöhnlich erhöht.21 Dieser Vorfall veranschaulicht den Einfluss klimatischer Schwankungen auf die Parasitenlast bei Wildfisch – ein Faktor, der sich einer rein inspektionsbasierten Prävention entzieht.

Verwaltungsrechtliche Sanktionen

Das Fehlen einer Gefrierpflicht bedeutet nicht das Fehlen von Konsequenzen. Verursacht ein Gastronomiebetrieb eine Anisakis-Lebensmittelvergiftung, droht eine verwaltungsrechtliche Betriebsschließung (営業停止処分, Eigyō Teishi Shobun), deren Dauer je nach Präfektur variiert. Das MHLW hat 2018 die zuständigen Präfekturbehörden aufgefordert, die Schließungsdauer auf den für Mitarbeiterschulungen und Wiederholungsprävention notwendigen Zeitraum zu begrenzen und den Umfang auf frische Fischprodukte einzuschränken.21 Der japanische Ansatz kombiniert somit Methodenfreiheit in der Prävention mit Haftung im Schadensfall.

Risikoprofil der Lebensmittelsicherheitskommission (2025)

Im Januar 2025 veröffentlichte die japanische Lebensmittelsicherheitskommission (食品安全委員会, Shokuhin Anzen Iinkai) ein umfassendes Risikoprofil zu Anisakis.25 Darin wird unter anderem festgestellt, dass bereits eine einzelne Larve ausreicht, um Anisakiasis auszulösen, und dass die Kontaminationsrate bei gleichen Arten von Jahr zu Jahr erheblich schwankt – abhängig von Wassertemperatur, Fanggebiet und ökologischen Bedingungen. Zugleich weist das Risikoprofil darauf hin, dass bei Fischen aus vollständiger Aquakultur (完全養殖, Kanzen Yōshoku) – bei der der gesamte Lebenszyklus von der Eizelle bis zur Schlachtung kontrolliert wird – eine Eliminierung von Anisakis möglich ist, sofern Futtermittel und Wasserversorgung frei von lebensfähigen Parasiten sind.

Der Ansatz Japans zum Rohfischverzehr basiert auf einer Kombination aus staatlichen Empfehlungen, Fachwissen und praktischen Fähigkeiten der Zubereitenden. Während in den USA und Europa strenge Vorschriften den Vorzug erhalten, betont Japan die Bedeutung von Ausbildung und Erfahrung im Umgang mit rohem Fisch. Bei geschulten und professionell ausgebildeten Köchen ist die Infektionsgefahr gering, da deren Ausbildung die Identifikation und Entfernung von Parasiten einschließt. Ein Restrisiko kann jedoch nicht vollständig ausgeschlossen werden.

Können Marinaden Parasiten abtöten?

Nicht alle Fischarten werden zur Zubereitung von Sushi oder Sashimi unbehandelt verwendet. Beispielsweise werden Makrelen, Pazifische Heringe oder junge Meerbrassen in einer säuerlichen Lösung aus Salz, Essig, Sojasauce oder anderen Zutaten eingelegt. Eine verbreitete japanische Methode ist Sujime (酢締め, Essigbeizung): Roher Fisch wird mit Salz bestreut, abgespült und in Essig eingeweicht. Durch osmotischen Druck entzieht das Salz dem Fisch zunächst das Wasser von der Oberfläche und festigt das Eiweiß im Muskel des Fisches. Anschließend wirkt der Essig ebenfalls auf das Eiweiß ein und härtet es, während kleine Gräten weicher werden. Durch diesen Prozess wird der Fisch fester, nimmt den Geschmack von Salz und Essig an und behält zugleich Feuchtigkeit. Eine beliebte Sushi- oder Sashimi-Zutat, die nach dieser Methode hergestellt wird, ist Shime Saba (しめ鯖). Das Einlegen erzeugt zwar eine gewisse antibakterielle Wirkung, hat aber nur geringen Einfluss auf potenziell vorhandene Parasiten. Auch wenn manche Koch- oder Sushi-Literatur dazu ermutigen mag, Parasiten mittels Einlegen oder Marinieren abzutöten,26 zeigen Studien, dass traditionelle Marinaden ineffektiv sind und somit keine adäquate Alternative zur Gefrierbehandlung darstellen.27 Eine Ausnahme bildet die traditionelle deutsche oder dänische Methode des Marinierens von Heringsfilets. Diese Methode erfordert allerdings eine Lagerzeit von mindestens 5 bis 6 Wochen in einer 8–9 % Salzlösung, um sicherzustellen, dass alle Parasiten abgetötet werden.28 Um Parasiten mittels einer Salz- und Essig-Lösung innerhalb kurzer Zeit zuverlässig abzutöten, müsste der pH-Wert so niedrig sein, dass das Fleisch nahezu ungenießbar wäre.

Zusammenfassung


Ein Stück Nigiri-Sushi mit Thunfisch auf einem weißen Teller mit braunem Rand.

Nicht genannter Autor. Classic Japanese sushi with raw tuna on a white plate on a gray table. Japanese cuisine. Close up, selective focus. Alle Rechte vorbehalten ©

Fisch und Meeresfrüchte für Sushi oder Sashimi müssen frisch sein und den geltenden lebensmittelrechtlichen Vorgaben entsprechen. Wild gefangene Meeres- und Süßwasserlebewesen können lebensfähige Parasiten enthalten, die die menschliche Gesundheit gefährden. Durchleuchtung und visuelle Begutachtung beim Filetieren sind gängige Methoden zur Feststellung eines Parasitenbefalls, bei großen Arten oder unverarbeiteten Fischen und Meeresfrüchten jedoch weniger zuverlässig. Wildfänge ohne fachgerechte Gefrierbehandlung sind daher als Rohzutaten für Sushi oder Sashimi mit einem erhöhten Risiko verbunden. Zuchtfische und -Meeresfrüchte können unter den genannten Voraussetzungen fangfrisch verarbeitet werden. Wird nicht schockgefrosteter Wildfisch verwendet, setzt dies eine gründliche Parasitenkontrolle durch erfahrene Fachkräfte voraus – bei einem gegenüber schockgefrosteten Produkten leicht erhöhten Restrisiko.

Neben der Sicherheit bestimmen Frische und Qualität der Zutaten das sensorische Ergebnis. Fangmethoden, Zuchtbedingungen, zeitnahe Kühlung und sachgerechte Lagerung sind die wesentlichen Einflussfaktoren.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)


Bei welcher Temperatur sollten Fisch und Meeresfrüchte gelagert werden?

Fangfrische oder bereits aufgetaute Erzeugnisse, müssen bei einer Temperatur zwischen 0 und +2 °C gelagert werden. Gefrorene Fischereierzeugnisse müssen bei einer Temperatur von -18 °C oder darunter gelagert werden.

Sollte man rohen Fisch außerhalb des Kühlschranks bei Raumtemperatur auftauen?

Nein, nicht im Hinblick auf den Rohverzehr. Je größer das aufzutauende Lebensmittel ist, desto größer sind die Abweichungen zwischen Kern- und Oberflächentemperatur. Alternativ kann der Auftauvorgang auch in einer eisgekühlten Salzlösung stattfinden. Um die Sicherheit und Qualität des Fisches zu gewährleisten, ist auf das Auftauen bei Raumtemperatur zu verzichten.

Kann auf eine Kühlung während des Transports nach Hause verzichtet werden?

Bis zur Zubereitung sollte eine Unterbrechung der Kühlung vermieden werden. Besonders im Hinblick auf die Zubereitung von rohem Sushi oder Sashimi ist eine kontinuierliche Beibehaltung der Kühltemperatur von wichtiger Bedeutung. Die Wachstumsraten von Krankheitserregern sind stark temperaturabhängig. In den meisten Fällen ist deren Wachstum unter 10 °C sehr langsam und bei Temperaturen über 21,1 °C relativ schnell.29 Daher sollten Fische oder Meeresfrüchte möglichst kühl gehalten werden, denn abhängig von der Umgebungstemperatur und Beschaffenheit der Rohware, können die kritischen Temperaturgrenzen schnell erreicht werden (z. B. im aufgeheizten Auto). Wie lange die Rohware ohne Kühlung gelagert werden kann, ist demnach abhängig von vielen Faktoren. Wenn frischer Fisch nicht sofort unter geeigneten Bedingungen gelagert und auch nur für kurze Zeit der Umgebungstemperatur ausgesetzt wird, führt dies möglicherweise zu einer ernsthaften Verschlechterung der Fischqualität.30

Wie lange kann fangfrischer Fisch auf Eis gelagert werden?

Je nach Fischart unterscheidet sich die mögliche Haltbarkeit deutlich.31 Vor diesem Hintergrund lässt sich aus der Abbaukinetik von Frischeindikatoren ableiten, dass fangfrischer (nicht gefrorener) Fisch nicht älter als etwa vier Tage sein sollte, wenn er roh verzehrt oder speziell für die Zubereitung von Sushi gereift oder verfeinert werden soll.32 Bis zum Eintreffen der Fische oder Meeresfrüchte beim lokalen Fischhändler vergehen meist ein bis drei Tage. Um ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten, wird daher empfohlen, gekauften Fisch oder Meeresfrüchte für Sushi oder Sashimi so schnell wie möglich zu verzehren, am besten innerhalb eines Tages. Bei Unsicherheit über die Frische oder die Eignung des Fisches für den Rohverzehr ist es ratsam, die Meinung eines Experten einzuholen.

Ist Fisch für Sushi am besten geeignet gleich nachdem er gefangen wurde?

Das ist eine Frage der persönlichen Vorliebe. Ein Fisch, der sich noch in der Totenstarre (rigor mortis) befindet, lässt sich zwar unter Umständen schwerer verarbeiten, weist aber einen hohen Gehalt an geschmacksrelevanten Verbindungen auf.32 In Japan beispielsweise existiert eine besondere Vorliebe für Fische, die noch vor dem Einsetzen der Totenstarre (pre rigor) zubereitet und verzehrt werden (z. B. Ikeuo, Ikizukuri). Dieses Fleisch ist intensiv im Geschmack und deutlich fester als nach der Totenstarre (post rigor). Im Gegensatz dazu werden einige Arten auch einer Trockenreifung unterzogen, um den Geschmack und die Textur zu verfeinern. Einige Sushi-Köche haben sich sogar darauf spezialisiert, Fisch über einen längeren Zeitraum reifen zu lassen, um den Geschmack noch zu intensivieren.

Wie lange kann zubereitetes Sushi bei Raumtemperatur aufbewahrt werden?

Das ist abhängig von den verwendeten Zutaten und von der Temperatur. Manche verderben schneller, andere langsamer. Generell ist es nicht ratsam, Sashimi oder Sushi mit rohen oder anderen leicht verderblichen Zutaten (z. B. Mayonnaise) länger als zwei Stunden bei einer Raumtemperatur von 21 °C oder länger als eine Stunde bei einer Raumtemperatur von 32 °C aufzubewahren.33

Welche Parasiten sind für eine mögliche Erkrankung von Menschen verantwortlich?

Im Allgemeinen gibt es drei Hauptarten von Parasiten, die für den Menschen schädlich sein können: Fadenwürmer (Nematoden), Saugwürmer (Trematoden) und Bandwürmer (Cestoden). Insbesondere verantwortlich sind die Fadenwürmer der Art Anisakis spp.. Außerdem sind Clonorchis sinensis, Opisthorchis felineus und Metagonimus spp. zu erwähnen, die zu den Saugwürmern zählen. Zu den Bandwürmern gehört Diphyllobothrium latum.

Ist Fisch aus Aquakultur sicherer für den Rohverzehr als Wildfang?

Wild gefangene Fische können lebensfähige Parasiten enthalten und sollten beim Rohverzehr ohne vorherige Gefrierbehandlung grundsätzlich als mit einem erheblichen Risiko behaftet betrachtet werden. Zuchtfische können eine sicherere Alternative darstellen, sofern die Tiere ausschließlich nach den nötigen Voraussetzungen gezüchtet wurden.15 Ob diese Voraussetzungen erfüllt sind, lässt sich vom Verbraucher nicht eigenständig überprüfen – der Produzent oder Lieferant muss ausdrücklich bestätigen, dass das Produkt für den Rohverzehr geeignet ist. Ohne eine solche Bestätigung sollte Zuchtfisch mit derselben Vorsicht behandelt werden wie Wildfang.

Sind bestimmte Arten weniger anfällig für Parasiten?

Ja, aber es gibt keine epidemiologisch verlässlichen Daten, die belegen, dass kommerziell relevante Arten ausnahmslos ungefährdet sind. Es ist zumal für den Verbraucher nahezu unmöglich, aktuelle und verlässliche Informationen der jeweiligen Herkunftsgebiete abzugleichen. Dennoch lässt sich sagen, dass bestimmte Arten besonders und andere weniger anfällig sind. Zum Beispiel listet die U.S. Food and Drug Administration die wirtschaftlich bedeutendsten Arten auf, bei denen die Wahrscheinlichkeit einer Infektion mit Parasiten hoch ist.16 Wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass Parasiten (Anisakis spp.) möglicherweise nicht spezifisch für einen Zwischenwirt sind und so von einem Habitat in ein anderes wandern, abhängig von der saisonalen und ökologischen Verfügbarkeit solcher Zwischenwirte.23

Kann man Parasiten mit dem bloßen Auge erkennen?

Entwickelte Parasiten sind in der Regel mit bloßem Auge sichtbar – oder zumindest für das geschulte Auge erkennbar. Es ist schwieriger Parasiten zu erkennen, die sich tiefer im Muskelfleisch verbergen; insbesondere bei intensiv gefärbtem Muskelfleisch, wie beispielsweise bei Lachs, Thunfisch oder auch Oktopus. Untersuchungen zeigen, dass professionelle Durchleuchtungsmethoden nur begrenzt verlässlich sind. Es besteht weiterhin Diskussionsbedarf hinsichtlich der Frage, inwiefern eine optische Kontrolle, ohne Einsatz technischer Hilfsmittel, beim Zubereiten als umfassend zuverlässig eingestuft werden kann.34

Wie hoch ist die Gefahr, sich in einem Restaurant mit Parasiten zu infizieren?

Sushi und Sashimi, zubereitet aus Fischen oder Meeresfrüchten, die nach den in den USA oder der EU gesetzlich vorgeschriebenen Gefrierverfahren behandelt wurden, bergen kein bis geringes Risiko einer Infektion durch Parasiten. Die Gefahr einer Infektion durch den Verzehr von Sushi und Sashimi ist in Ländern höher, in denen solche gesetzlichen Regelungen nicht umgesetzt werden.11Statistisch gesehen ist die Chance, sich beispielsweise mit Anisakis zu infizieren, gering. In Japan schwankten die gemeldeten Fallzahlen in den vergangenen Jahren zwischen 330 und 566 Fällen pro Jahr.24 Andere Quellen sprechen hingegen von einer Inzidenz zwischen 16 und 24 Fällen pro 1 Million Menschen.35 Es wird jedoch vermutet, dass die Zahl der falsch und nicht gemeldeten Vorfälle höher liegt.36, 37

Kann man in der heimischen Gefriertruhe Parasiten abtöten?

Standard-Haushaltsgefrierschränke sind in der Regel auf -18 °C eingestellt. Während die Hersteller eine Mindesttemperatur von -20 °C oder darunter angeben, benötigte ein herkömmlicher Gefrierschrank bei einer Einstellung von -20 °C über 13 Stunden, bis der Kern einer Makrele die Zieltemperatur erreicht hatte – und nach einer Gesamtlagerzeit von 24 Stunden waren noch lebensfähige Anisakis-Larven vorhanden.38 Alle Larven starben erst, als die Kerntemperatur 24 Stunden lang bei -20 °C gehalten wurde, was in der Praxis eine deutlich längere Gesamtlagerzeit erforderte.38 Temperaturungleichmäßigkeiten, langsame Gefriergeschwindigkeiten und häufiges Öffnen der Türen verschärfen das Problem zusätzlich.18 Die Anforderung der FDA von 7 aufeinanderfolgenden Tagen bei –20 °C berücksichtigt diese Variablen mit einer großen Sicherheitsmarge. Grundsätzlich kann ein Haushaltsgefrierschrank Anisakis-Larven abtöten – vorausgesetzt, er erreicht zuverlässig –20 °C im Kern des Fisches und hält diese Temperatur für die erforderliche Dauer aufrecht. Für andere Parasiten, insbesondere Trematoden, können sogar noch niedrigere Temperaturen erforderlich sein.39 Für absolute Sicherheit ist ein Haushaltsgefrierschrank daher kein vollständig zuverlässiger Ersatz für professionelles Einfrieren.

Welche Mindesttemperatur muss erreicht werden, um Parasiten in Fisch und Fleisch durch Erhitzen sicher abzutöten?

Um Parasiten (A. simplex) in Fisch effektiv abzutöten, ist es erforderlich, eine Kerntemperatur von mehr als 60 Grad Celsius für mindestens eine Minute zu erreichen.14

Hat Wasabi oder Sojasauce eine auf Parasiten abtötende Wirkung?

Nein. Wasabi, Sojasauce, Essige, Würzmittel oder Marinaden (in üblicher Dosierung) reichen nicht aus, um Parasiten abtöten.14, 40

Können Thunfische Parasiten wie Anisakis enthalten, oder sind sie generell parasitenfrei?

Grundsätzlich bergen einige Thunfische eine hohe Gefahr, mit Parasiten befallen zu sein. Beispielsweise listet das japanische Tokyo Metropolitan Institute of Public Health jungen Pazifischen Blauflossenthun (Thunnus orientalis, jap. Meji-Maguro) als potenzielle Quelle für Anisakis-Parasitismus auf.41 Die amerikanische Food and Drug Administration gibt an, dass unter anderem der Langschwanz-Thun (T. tonggol) eine Risikoquelle darstellt.16

Ist Blauflossen-Thunfisch frei von Parasiten?

Die Bewertung variiert je nach Herkunft. Die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) gibt an, dass der Rote Thun (Thunnus thynnus), der zur Gruppe der Blauflossen-Thunfische zählt, aus Wildfang kein signifikantes Risiko für parasitäre Infektionen darstellt.16 Die verfügbare Literatur weist jedoch darauf hin, dass der Rote Thun anfällig für Anisakis-Befall ist.42 Weiterhin zeigen Studien, dass Exemplare aus Aquakultur mit für den Menschen schädlichen Parasiten infiziert sein können.43, 44, 45 Ähnliche Befunde gelten für den Pazifischen Blauflossenthun (Thunnus orientalis), bei dem ebenfalls ein Risiko für den Befall mit Anisakis spp. besteht.46

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